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Fußball in Baden-Württemberg
Freitag, 21. Juni 2013

Niederhofen schafft"s im dritten Anlauf

Von Unserem Redakteur Alexander Bertok

Fußball - Der TSV setzt sich in der A3-Relegation gegen Frankenbach im Elfmeterschießen durch.


 

Niederhofen schafft’s im dritten Anlauf

 

Fußball - Geschafft. Endlich! Der Kreisliga B3-Vizemeister TSV Niederhofen hat in der Relegation zur A3 die Spvgg Frankenbach mit 5:3 im Elfmeterschießen besiegt und steigt auf. Die Frankenbacher Zweite spielt damit in der nächsten Saison in der Kreisliga B4.

Im dritten Anlauf feierte Niederhofen endlich das ersehnte Happy End. Vor zwei Jahren wurde in der Qualifikation gegen den SV Leingarten II verloren, 2012 folgte die Relegations-Niederlage gegen den TSV Nordhausen. Aber aller guten Dinge sind eben immer noch drei.

Das Spiel auf dem Sportgelände des FSV Schwaigern begann verhalten. In der 18. Minute war die erste Chance zu notieren, Spvgg-Spieler Rui Altuner zog ab und Niederhofens Schlussmann Tobias Richter musste sich ganz lang machen, um den Ball zur Ecke zu fausten. Wenig später (22.) segelte eine TSV-Freistoßflanke von Philipp Moser an Freund und Feind und am langen Pfosten der Frankenbacher vorbei.

Für positive Akzente auf Frankenbacher Seite sorgte Serhat Ayvatz. Der Leistungsträger der Bezirksliga-Elf war wochenlang verletzt und durfte so in der Zweiten ran. Der Stürmer, der zum Verbandsligisten Spfr Schwäbisch Hall wechselt, hielt Niederhofens Torhüter Tobias Richter mit gefährlichen Schüssen in der 30., 35. und 44. Minute in Bewegung. Richter wehrte zudem noch einen Ball von Marc-Roman Wojcik (36.) ab. Auf der anderen Seite scheiterte zweimal Patrik Brian. Zuerst (38.) war der Spvgg-Torhüter Ahmet Arslan einen Schritt schneller, dann knallte Brian eine Direktabnahme aus 14 Metern knapp am Pfosten vorbei.

30-Meter-Hammer

Nach dem Pausentee hatten mal die Roten (Frankenbach), mal die Grünen (Niederhofen) mehr oder weniger aussichtsreiche Chancen. In der 72. Minute wurde ein Freistoß von Serhat Ayvatz von der TSV-Mauer abgefälscht und segelte knapp am Pfosten vorbei. Ayvaz sah danach wegen einer Provokation die Gelb-Rote Karte.

Ansonsten war bis zur 90. Minute noch je eine Möglichkeit zu notieren. In der Nachspielzeit ging dann ein Raunen durch die knapp 400 Zuschauer. Niederhofens Holger Schmidt scheiterte mit einem 30-Meter-Hammer an der Latte.

Auch in der Verlängerung tat sich nicht Entscheidendes. Größter Aufreger war ein weiterer Lattentreffer des TSV Niederhofen in der 111. Minute. Auch bei den letzten Niederhofener Offensivaktionen - nach einer weiteren Gelb-Roten Karte für Frankenbach - fiel kein Treffer mehr. Es ging es ins Elfmeterschießen. Hier scheiterte Petzold mit dem dritten Elfmeter für Frankenbach an Richter. Niederhofen gewann mit 5:3.

"Spielerisch und mental ist die Mannschaft stärker als in den Jahren zuvor", hatte Niederhofens scheidender Trainer Bernd Dietrich schon vor Beginn der Relegation gesagt. Der Trainer musste auf Yannick Autenrieth verzichten. Der 24-fache Saisontorschütze hatte sich beim Erfolg über Botenheim das vordere Kreuzband abgerissen - beim Torjubel.

Abschied

Dietrich war nach dem Abpfiff mit sich selbst im Reinen. Es war sein letztes Spiel als Trainer des TSV Niederhofen. "Dieser Aufstieg zum Abschied ist für mich sehr wichtig, das ist ein toller persönlicher Erfolg. Ich bin der Erste, der das mit Niederhofen geschafft hat", war Dietrich zufrieden. In den Punktrunden der vergangenen beiden Jahre hat er mit seiner Mannschaft jeweils nur ein Spiel verloren. Ab Juli steht er nun in Diensten des GSV Eibensbach. Nebenher trainiert er die E-Junioren des VfL Brackenheim, ab Sommer die D-Jugend. Söhnchen Maurice spielt dort. "Ich gehe mit einer Träne im Auge, aber ich bin stolz."

Nicht nur bei Dietrich herrschte Abschiedsstimmung, auch der Frankenbacher Spielertrainer Erkan Aydin wechselt den Verein. Er folgt Erkan Acikara - der bisherige Trainer der ersten Frankenbacher Mannschaft übernimmt den A1-Ligisten Türkspor Neckarsulm - als Spieler nach. Für die Relegation war der Kader wieder mit sieben A-Junioren aufgefüllt worden. Doch auch der Jugendstil sorgte nicht für das nötige Glück.

"Das ist für mich ein sehr trauriger Abschied", war Aydin enttäuscht. "Aber ich bin stolz, die Jungs haben bis zur allerletzten Minute toll gekämpft. Ein Elfmeterschießen hat seine eigenen Gesetze. Wir hatten einfach kein Glück."

Spvgg Frankenbach II: Arslan, Kümmelberger (71. Sergeev), Endreß, Testa, Tarha, Dagenbach (50. Rau), Altuner, Sedat Ayvaz, Petzold, Serhat Ayvaz, Wojcik (54. Heckler).

TSV Niederhofen: Richter, Neubert, Faber, D. Autenrieth (102. Dignaß), Betz, Brian, Moser (43. Mahle), Schukraft, Schmidt, Eßlinger, Kreuz.

Schiedsrichter: Barbu (Heilbronn), Zuschauer: 400. Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot (72.) Serhat Ayvatz (Frankenbach). Gelb-Rot (114.) Endreß (Frankenbach).

 

 

Niederhofen schafft’s im dritten Anlauf

 

 

 

Niederhofen schafft’s im dritten Anlauf

Niederhofen (oben) jubelt, Tobias Richter (Mitte) hält den entscheidenden Elfmeter und Spvgg-Keeper Ahmet Arslan (unten) ist einfach nur enttäuscht.Fotos: Bertok