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Fußball in Baden-Württemberg
Freitag, 28. Juni 2013

Kerk unterschreibt ersten Profivertrag in Freiburg

schwaebische.de

FV Ravensburg und TSG Bad Wurzach bekommen einen Scheck vom Deutschen Fußball-Bund


Kerk unterschreibt ersten Profivertrag in Freiburg

Vom FV Ravensburg (Faiz Gbadamassi) und der TSG Bad Wurzach (Sebastian Kerk) zum Juniorennationalspieler. Die Vereine können sich über einen DFB-Scheck von Gustav Ichters (Bezirksjugendleiter freuen). Von links: Thomas Müller (2. Vorstand TSG), Peter (Foto: Kern)

RAVENSBURG / sz - Sebastian Kerk und Faiz Gbadamassi spielen zwar nicht mehr bei der TSG Bad Wurzach beziehungsweise dem FV Ravensburg. Beide Amateurfußball-Vereine haben jetzt aber dennoch Geld vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) bekommen. 3400 Euro erhielt der FV, 2950 Euro die TSG. Warum?

Weil sich beide Jugendfußballer stark entwickelt haben und es zu Juniorennationalspielern gebracht haben. Der inzwischen 19-jährige Kerk und der 18-jährige Gbadamassi durften sich in der Saison 2011/12 das deutsche Nationaltrikot überstreifen. „Beide Vereine“, betonte der Bezirksjugendleiter des Fußballbezirks Bodensee, Gustav Ichters, bei der Scheckübergabe, „haben einen Anteil daran, dass die Nachwuchstalente in ihrer noch jungen Karriere so weit kommen konnten.“

Gbadamassi wechselte 2005 vom SV Ankenreute zum FV Ravensburg. Kerks Karriere begann bei der TSG Bad Wurzach, auch er kam 2005 zum FV. Drei Jahre später wechselten beide zum SC Freiburg. Gbadamassi spielte dort in der abgelaufenen Saison in der A-Junioren-Bundesliga. Kerk gehörte in der Saison 2012/13 zum Kader des SC Freiburg II in der Regionalliga. Am Ende der Saison kam Kerk zu seinem ersten Profieinsatz in der Bundesliga. Inzwischen hat der 19-Jährige seinen ersten Profivertrag unterschrieben. „Ich bin ein Typ, der sich keine kleinen Ziele steckt“, sagte Kerk im Gespräch mit der SZ. „Wir haben in Freiburg einige Abgänge. Plätze sind frei. Ich will mich zeigen und beweisen.“

Am 1. Juli startet Kerk in seine erste komplette Vorbereitung mit den Freiburger Profis unter Trainer Christian Streich. „Ich denke, der Trainer gibt mir eine faire Chance.“ Bis 2017 hat der ehemalige Wurzacher beim SCF unterschrieben. „Wir werden deinen Weg weiter aufmerksam verfolgen“, sagte Ravensburgs Sportlicher Leiter Peter Mörth. „Hoffentlich bleibst du gesund, denn das ist das größte Kapital.“ Nach Ömer Toprak (inzwischen Bayer Leverkusen) ist Kerk der zweite ehemalige FV-Juniorenspieler, der es zu einem Profivertrag gebracht hat.

Das Kapital des FV soll auch in Zukunft weiter der eigene Nachwuchs sein. Rund 70 000 Euro investiert der Verein jedes Jahr in die Jugendarbeit, 29 der 40 Spieler in den aktiven Mannschaften sind Eigengewächse. „Ich glaube“, sagte Mörth, „dass wir es ganz ordentlich machen. Aber richten müssen es die Spieler, sie müssen etwas daraus machen.“ Kerk und Gbadamassi haben es geschafft. Doch es muss nicht gleich ein Profivertrag wie bei Kerk sein. Mörth wäre schon zufrieden, wenn in den kommenden Jahren einige Jugendspieler den Sprung in die erste Mannschaft (Oberliga) oder U 23 (Landesliga) schaffen würden. „Es sind einige da, die uns in den kommenden Jahren helfen könnten.“

Vier Jugendliche steigen auf

Bereits zur neuen Landesligasaison haben mit Axel Maucher, Ibrahim Tuncay, Elias Wurster und Manuel Ruess vier ehemalige A-Junioren den Sprung ins Landesligateam geschafft. Auch Luis Metzen hätte in die U 23 aufrücken können. Doch der Mittelfeldspieler entschied sich für ein Angebot des Verbandsligisten FC Wangen. Sebastian Kerk will derweil in der Fußball-Bundesliga und beim SC Freiburg „Fuß fassen“. Trainer Streich hält offenbar viel vom offensiven Mittelfeldspieler. „Er sieht mich wohl ein bisschen als Ersatz von Max Kruse“, so Kerk. Kein schlechter Vergleich, denn Kruse, der zu Borussia Mönchengladbach wechselte, kann inzwischen sogar zwei Länderspiele in der A-Nationalmannschaft vorweisen.

Von Thorsten Kern