powered by stimme.de Ein Angebot von
stimme.de
Fußball in Baden-Württemberg
Montag, 24. Juni 2013

Erstmals gibt es in Tettnang einen Bundesligisten

schwaebische.de

Die Fußball-Juniorinnen spielen künftig im Manzenbergstadion und im Ried


Erstmals gibt es in Tettnang einen Bundesligisten

Die Lindauerin Alice Nuernbergk (rechts) erzielt das 2:0 für den TSV Tettnang und freut sich wie der Rest der Mannschaft auf die Bundesliga. (Foto: Fabian Repetz)

TETTNANG / sz - Seit vergangenem Samstag hat die Montfortstadt einen Bundesligisten. Die B-Juniorinnen des TSV haben sich nach einer überragenden Saison für die höchste deutsche Spielklasse des Mädchenfußballs qualifiziert (die SZ berichtete). Dort erwartet die Tettnangerinnen aber nicht nur hochklassiger Leistungsfußball und eine DFB-geleitete Struktur, sondern auch hohe Anforderungen und Auflagen an die Gestaltung der eigenen Fußballabteilung.

Jetzt ist es also soweit: Ein ganzes Jahr lang lag das Augenmerk des Tettnanger Mädchenfußballs auf den B-Juniorinnen, die als ungeschlagener Oberligameister mit den beiden Aufstiegsspiel-Erfolgen gegen Calden und Augsburg nun auch die zweite Hürde zur Bundesliga bravourös gemeistert haben.

Im Hintergrund liefen parallel zum sportlichen Werdegang bereits die ersten organisatorischen Vorbereitungen der TSV-Abteilung, um dem Projekt „Bundesliga“ bereits frühzeitig die notwendigen Strukturen zu verleihen. DFB-Auflagen, Finanzierungsfragen und Bewerbungsbürokratie gehören nun einmal zur organisatorischen Bundesliga-Qualifikation. In vielen Punkten hat der TSV Tettnang aber auch hier seine Hausaufgaben bereits gemacht: Die erste Hürde im Bewerbungsprozess hat der TSV schon im März gemeistert. Der „Nachweis zur technischen und verwaltungsmäßigen Leistungsfähigkeit“ wurde fristgerecht beim Deutschen Fußball Bund eingereicht und Mitte April als erwiesen bestätigt. Darunter fiel beispielsweise die Genehmigung der Spielstätten im Ried und im Manzenbergstadion.

Die zweite Hürde folgt nun Anfang Juli mit dem „Nachweis zu personellen und administrativen Voraussetzungen“. Dazu gehört unter anderem die Definition eines Betreuers, eines Physiotherapeuten, eines Teamarztes und eines Ansprechpartners für Pressefragen. „Wir sind gerade dabei, die personellen Positionen entsprechend zu besetzen und somit auch die zweite Stufe im Bewerbungsprozess zu nehmen“, sagt TSV-Organisatorin Karin Rasch-Boos.

Orthopädischer Sportcheck

Zusätzlich muss sich jede Spielerin einem orthopädischen und internistischen Sportcheck unterziehen, um die Spielerlaubnis für die Bundesliga zu erhalten. Auch eine Kooperationsvereinbarung mit einer lokalen Schule gehört zum Auflagen-Dokument des DFB. Bis alle Bedingungen erfüllt sind, wird es allerdings noch einige Wochen dauern. „Wir haben jetzt erst die sportliche Gewissheit und können daher ab sofort aktiv an weiteren Schritten und Entscheidungen arbeiten“, betont Rasch-Boos.

Solide Pfeiler

Hinsichtlich der Finanzierung steht das Projekt Bundesliga auf soliden Pfeilern: „Wir sind zwar nicht der FC Bayern, aber mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, können wir den Spielbetrieb gewährleisten.“ Profitieren kann der TSV dabei von Zuschüssen des Deutschen Fußball Bundes. Dieser übernimmt beispielsweise den Löwenanteil der Fahrtkosten.

Ebenso konnten durch das neue TSV-Sponsoringkonzept neue Sponsoren gewonnen werden, die den TSV hier unterstützen. „Durch den großen sportlichen Erfolg und das damit verbundene Interesse hoffen wir natürlich noch auf weitere Sponsoren, denen wir mit der Bundesliga eine attraktive Plattform bieten können“, so Karin Rasch-Boos.

Die neue Saison in der Juniorinnen-Bundesliga startet am 31. August. Der Staffeltag ist am 5. Juli in Frankfurt am Main.

Von Fabian Repetz