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Fußball in Baden-Württemberg
Donnerstag, 27. Juni 2013

Das Team steigt auf, der Trainer geht

Von unserem Redaktionsmitglied Gisbert Niederführ

Es geht aufwärts bei der SG Schorndorf. In kleinen Schritten zwar, aber immerhin hat es der Traditionsverein nun geschafft, die Fußball-Kreisliga B zu verlassen. Die SG setzte sich im spannenden Zweikampf mit dem KTSV Hößlinswart am Ende doch sicher durch. Jetzt geht’s in die Kreisliga A – ohne den Trainer, aber mit neuem Topspieler.


Das Team steigt auf, der Trainer geht

Heiko Gumper verlässt aus familiären Gründen Meister SG Schorndorf

„Zum Schluss haben wir’s noch mal spannend gemacht“, sagt Spielertrainer Heiko Gumper (29) und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Seine Mannschaft hatte am vorletzten Spieltag beim SV Breuningsweiler mit 1:2 verloren, Platz eins schien auf der Zielgeraden wieder verloren gegangen zu sein. Dann aber erfuhr die SG, dass es Konkurrent Hößlinswart noch schlechter gemacht hatte, zu Hause der TSG Buhlbronn unterlegen war. So behielt Schorndorf seinen Drei-Punkte-Vorsprung und rettete den sicher ins Ziel.

„In Breuningsweiler kann man verlieren“, sagt Gumper. „Das ist eine gute Mannschaft.“ Zusammen mit der SG ist sie die beste Rückrundenmannschaft. Hößlinswart hingegen, zur Halbzeitpause noch zwei Punkte vor der SG, sammelte fünf Punkte weniger.

Die SG war von den Konkurrenten auf den Favoritenschild gehoben worden. Unter anderem lag das am Spielertrainer. Heiko Gumper spielte in der Regionalliga für die Stuttgarter Kickers, musste aber aus gesundheitlichen Gründen aufhören.

Der Druck von außen sei denn von Beginn auch groß gewesen, sagt Gumper. Innerhalb des Vereins allerdings nicht. „Es gab keine Vorgabe Aufstieg.“ Die Gegner jedoch gaben sich besondere Mühe gegen den Favoriten, vor allem gegen Gumper. „Aber das hätte ich auch so gemacht. Im Großen und Ganzen war das fair.“

Der Anfang war für Gumper auch deshalb schwer, weil er erst ein Team finden muste. Gumper: „Das war eine komplett zusammengewürfelte Mannschaft.“ Selbst und sein Co-Trainer (und Arbeitskollege) Zoran Cutura hatten noch nie gemeinsam gespielt. Das alles aber hat offenbar gut funktioniert.

Die SG verkraftete auch, dass der beste Torschütze Jan Nagel den Verein in der Winterpause verließ (er ist mit 13 Treffern immer noch viertbester SG-Schütze). Das lag daran, dass die Neuzugänge allesamt einschlugen. Vor allem Dennis und Kevin Lednig. Kevin Lednig habe zwar nicht wie sein Bruder alle Spiele bestritten, war aber an vielen „entscheidenden Situationen beteiligt“.

Großen Anteil schließlich hätten A-Jugendspieler am Aufstieg gehabt. „Robin Herzog hat sich auf der Außenbahn sehr gut entwickelt“, sagt Gumper, Timo Hägele fast alle Spiele bestritten. Und im Tor hatte Hubi Blaha auch nach Sascha Leonhards Zugang im Winter noch Einsatzzeiten. Der Spieler der Saison aber sei für ihn Denis Greco. Der ist eigentlich Offensivkraft, Gumper aber stellte ihn bald in die Innenverteidigung. „Seitdem haben wir Stabilität gehabt.“

In die Kreisliga A geht fast der komplette Kader mit, nur Hansi Dressmann trete kürzer. Und Heiko Gumper verlässt den Verein. „Ich bin ein Familienmensch. Ich gehe zurück nach Allmendingen.“ Zoran Cutura macht künftig mit Sokol Kacani alleine weiter. Mit Gumper verliert die SG zwar ihren besten Torschützen, dafür ist in der neuen Saison Sokol Kacani, der im Winter als Trainer vom Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach gekommen war, nun auch spielberechtigt. Die Mannschaft werde also nicht geschwächt. „Eigentlich“, meint Gumper mit Blick auf Kacani, „ist das ja dann noch besser.“